Schlagwort-Archive: Plastik

Stadtpark

Das Foto zeigt den Kopf der Esels-Skulptur von Philipp Harth

    “O wohl elende Zeiten, allwo die Esels-Köpf so viel gelten! Es ist kein schlimmerer Zustand in einem Land, in einer Stadt, in einer Republik, in einem Kloster etc., als wann die Eselsköpf in großem Werth seyn, wann Idioten den obern Sitz haben, und die groben Blöck beim Bret sitzen!” (Abraham a Sancta Clara)

Gonsbachtal

Das Foto zeigt die Metallplastik einer Figur mit zusammengerafftem Mantel

    “Mit der Zeit waren alle Quellen aufgedeckt, schneller als er gedacht hatte. Also lernte er die Verlorenheit in fremden Städten kennen, die ziellosen Wanderungen durch den ersten Dämmer der Abende, in denen die silbernen Laternen aufleuchten und dem Körper eines Verlassenen den Schmerz von tausend plötzlichen Nadelstichen bereiten. Er ging durch verregnete Straßen über den schimmernden Asphalt der weiten Plätze, die an steinerne Seen erinnern, den Mantelkragen hochgeschlagen, von außen zugemacht und vor sich nur seinen Blick, der ihn durch die Fremde steuerte.” (Joseph Roth)

Schillerplatz

Das Bild zeigt eine Figur vom Fastnachtsbrunnen und im Hintergrund eine Narrenfigur

    “… ooner geht noch, ooner geht noch nei, ooner geht noch, ooner geht noch nei, olé, olé, olé, olé, olé, olé, ooner geht noch, ooner geht noch nei, ooner geht noch, ooner geht noch nei, olé, olé, olé, olé, olé, olé, ooner geht noch, ooner geht noch nei, ooner geht noch, ooner geht noch nei, olé, olé, olé, olé, olé, olé …” (trad.)

Eisenberg

Metallskulptur als Reklame für ein Friseurstübchen

    “Ich hatte zwar sehr schöne Haare, aber mein Straßburger Friseur versicherte mir sogleich, daß sie viel zu tief nach hinten hin verschnitten seien und daß es ihm unmöglich werde, daraus eine Frisur zu bilden, in welcher ich mich produzieren dürfe…” (Goethe)

Biebrich, Rheinufer

Biebrich, Rheinufer

    “Wir saßen auf der Wolke und ließen etwas baumeln, was man als Beine ausgeben konnte – lange.” (Tucholsky, 1928)

Sie hatte es nie besonders leicht, die “Froschkönigin” am Biebricher Rheinufer. Seit 2004 saß die Betonskulptur der jungen Frau auf der Brüstung der Terrasse und schaute versonnen den Rhein hinab. Die Künstlerin Birgid Helmy hatte ihr ein keckes Krönchen auf den Schopf gesetzt.

Damit mochte sie auf einen Galan warten, auf den nächsten Rheindampfer oder eine Einladung zu einem Schoppen Riesling. Ihre Nase war rot, aber sie schien zufrieden mit sich und ihrem Platz auf der Promenade. So vergingen immerhin einige Jahre, bis die ersten Vandalen den Mut aufbrachten, in ihrer Anwesenheit eine Provokation zu sehen.

2009 amputierte man ihr Füße und Unterschenkel knapp unterhalb der Knie. Erst nach zwei Jahren waren die Mittel zur Restaurierung der Statue aufgebracht. Vor einigen Wochen, im Juni, konnte sie ihre Beine wieder baumeln lassen.

Kulturpessimisten dürften dergleichen erwartet haben. Es dauerte nur eine Woche, dann kühlte der nächste lokale Rohling – oder selbiger – sein Mütchen an ihr. Diesmal schlug er ihr den Kopf ab.

Erneut besorgte die Künstlerin die Sanierung der Statue, diesmal aus eigenen Mitteln. Vielleicht hat sie ihrer “Froschkönigin” einen Totschläger, Tränengas oder Pfefferspray in die Damenhandtasche eingepackt.

Gutenberg-Skulptur, Karmeliterplatz

Gutenberg-Skulptur, Karmeliterplatz

    “In Büchern spricht alles zu allem; niemand weiß, zu wem. Oft wissen wir auch nicht, wer spreche; denn die Anonymie ist die große Göttin des Marktes. Von einem solchen Publikum wußte weder Rom noch Griechenland; Gutenberg und seine Gehülfen haben es für die ganze Welt gestiftet.” (Johann Gottfried Herder, 1795)