Fort Muhl

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    “In wenig Augenblicken hatten wir das Fort erreicht. Die überraschten Vertheidiger lagen zerstreut auf dem Boden, waren ausgeplündert worden und hatten ihre Kopfhäute lassen müssen. Es gab nicht viel darüber zu sagen.” (Karl May)

Nur noch sehr “bedingt abwehrbereit” zeigt sich Fort Muhl zwischen Ebersheim und Zornheim. Nichts mehr ist übrig von einem ehedem mehrstöckigen Festungsbauwerk. Im “Ernstfall” hätten sich auf der Muhl knapp 300 pickelhaubige Vaterlandsverteidiger und vier Maschinengewehre heldenhaft dem bösen Franzmann entgegengestellt. Das vor dem ersten Weltkrieg errichtete Fort sollte Mainz und sein Umland gegen den Erbfeind schützen.

Soldatische Zeitzeugenberichte zum Alltag der Besatzung lassen sich auf die Schnelle nicht nachweisen – im Vergleich zur “Front” dürfte der Dienst hinter bis zu drei Metern starken Mauern als Druckposten willkommen gewesen sein. Heute wie damals hat wohl der rheinhessische Wind über die Höhe geweht. Windräder zur ökologisch korrekten Energieversorgung wird man vor hundert Jahren aber nicht eingeplant haben.